12/1/2009 - Der Schweizer Detailhandel tappt in die Discountfalle

Nun ist es also richtig los gegangen. Die letztjährige Offensive der Migros, die in Inseraten ihren Kunden versprach, ihre M-Budget-Produkte garantiert zum billigsten Preis in der Schweiz zu verkaufen, war nur der Anfang. Oder war Coop zuerst? Egal, denn eines ist klar: Keiner der beiden lässt sich lumpen. Jeder zieht sofort nach.

Nun hat Coop-Chef Loosli ein ähnliches Spiel mit Markenartikeln los getreten. Und 600 Leader-Artikel führender Marken im Preis um durchschnittlich zwölf Prozent gesenkt. Im Haus-Interview in der Coop-Zeitung stellte er befriedigt fest, die Menschen hätten nun keinen Grund mehr, beim Discounter einzukaufen.

Eigentlich hat es mich gewundert, dass es immerhin eine Woche dauerte,  bis die Konkurrenz reagiert hat. Aldi kündigt Preissenkungen an. Die Migros erklärt das gleiche für die eigenen Markenprodukte und formuliert das Ziel, im Warenkorb stetig wenigstens 5% billiger sein zu wollen als Coop.

Was die Schweizer Platzhirschen Migros und Coop versuchen, haben in Deutschland die führenden Detailhändler im Kampf gegen Aldi und Lidl längst aufgegeben. Nach blutigsten Verlusten. Denn dieser Kampf gegen Aldi und Lidl ist nicht zu gewinnen. Diese Politik spielt vielmehr den Discountern in die Hände: Wie oft wird denn das Argument der Vielfalt des Angebots erst in zweiter und dritter Linie genannt? Die Aldisierung des Warenangebots bedeutet vielmehr eine Verflachung des Angebots in den unteren und mittleren Preisschienen. Und eine Verschlechterung der Qualität. Aldi und Lidl haben durch den viel grösseren Mengenbedarf und die einfachere Logistik - und die unbeschränkten Mittel zur langfristigen Verfolgung strategischer Ziele alle Trümpfe in der Hand.

Um es vorsichtig zu formulieren: Mit den heutigen Qualitäten im Discount-Angebot von Coop und Migros wird sich das angestrebte Ziel der Preisparität zu den Harddiscountern nicht erreichen lassen. Was nicht weniger bedeutet, dass man es in Kauf nimmt, dass Aldi und bald Lidl mit ihrem Einkauf die Qualität der Schweizer Waren für schlecht Verdienende Schweizer Haushalte über kurz oder lang bestimmen wird.

Aldi wird durch die Bündelung der Sortimente für Hofer (Österreich, Ungarn etc.) und die Schweiz das Warenangebot vereinheitlichen, und problemlos noch billiger werden. Und stets einen unbezahlbaren Vorteil in der Hand behalten: Im Unterschied zu den Schweizer Anbietern werden sie am Verkauf ihres Discount-Sortiments auch noch Spass haben. 


20/10/2008 - Hartes Brot für die Werbebranche - auch wegen der Migros

"Diese Krise wird die Medienlandschaft verändern"
persoenlich.com - Switzerland

Die Publisuisse, Vermarkter von TV-Werbung in der Schweiz, leidet arg unter dem Stopp der Image-Werbung-Kampagne der Migros. Die Finanzkrise tut ihr übriges dazu:

Niemand hat wirklich Grund zur Freude. Auch Martin Schneider nicht. Im Gespräch mit dem Publisuisse-Chef erfährt "persoenlich.com", dass das Jahr 2008 für den TV-Vermarkter schon vor der Krise alles andere als erfreulich verlief. Selbst im Zwischenhoch EM sei weniger gut in Fernsehwerbung investiert worden, als die Planung vorsah. Schneider macht am Telefon kein Geheimnis, dass auch der Stopp der Migros-Werbung, der Detailhändler ist grösster Werbeauftraggeber und liess die Imagekampagnen einstellen, dem Unternehmen arg zusetzt. Nicht einmal mit enormem Aufwand liesse sich das Loch stopfen. Die Finanzkrise dürfte daher gar nicht gelegen kommen, wenn die Auftraggeber sich sonst schon in Zurückhaltung üben.

 


20/10/2008 - Schweizer Konsumlust weiterhin als Stütze?

Noch trotzen wir der Krise
Blick Online - Switzerland
Die Konsumlust der Schweizer scheint ungebrochen zu sein:
Detailhandel: Die Schweizer Konsumenten gaben im August 2008 für Nahrung, Kleidung, Möbel und Freizeit vier Prozent mehr aus als im Jahr zuvor.
«Wir spüren keine Abschwächung», sagt Monika Weibel, Sprecherin von Branchenführer Migros. Prognose: Detailhandel und Konsum bleiben auch 2009 eine Stütze der Konjunktur. (Keystone)

zusätzliche Anmerkung: 

Es gibt auch negativere Meldungen: die obigen Zahlen sind auf die gleiche Anzahl Verkaufstage bereinigt. Nimmt man nur die schlichten Monatszahlen, beträgt das Wachstum nur 1.3%, was dann einen teurungsbereinigten Rückschritt bedeuten würde. Statistiken - und wie aussagefähig sie eben sind oder auch nicht...


20/10/2008 - Coop geht in der Lohnrunde 2009 voraus

3,25 Prozent mehr Lohn für die Coop-Angestellten
NZZ Online - Zurich,Switzerland
Aus dem Detailhandel werden erste Resultate der Lohnrunde 2009 bekannt: Coop hebt das Lohnniveau real an. Bei Manor bleibt die Erhöhung mit rund 2,5 Prozent leicht unter der aktuellen Teuerung.

08/10/2008 - Biel: Preisdruck durch Hornbach verstärkt

Bieler Tagblatt, online am 3.10.08, Print 4.10.08:

  • Der deutsche Baumarktriese Hornbach mischt den Markt tüchtig auf. Auch in Biel. Die Konkurrenz muss mit Umsatzeinbussen rechnen.
  • In wenigen Wochen ist es soweit:Im November wird Hornbach im Bieler Bözingenfeld seine grösste Filiale in der Schweiz eröffnen. 
  • der deutsche Baufachmarkt, der seit 2002 in der Schweiz präsent ist, wird den Wettbewerb im Bereich Do-it-yourself und Bau + Hobby weiter verschärfen.
  • Schweizweit ist eine Tendenz zu grösseren Flächen feststellbar, der Gesamtmarkt aber stagniert.
  • Mit dem Bieler Markt wird Hornbach in der Schweiz über insgesamt vier Verkaufsstellen verfügen. Die Bieler Filiale wird eine Fläche von zirka 17000 Quadratmetern haben, ist also fast 10000 m2 grösser als der Jumbo-Markt.

 


08/10/2008 Carrefour-Läden haben bei Coop noch Mühe

Noch scheinen die Carrefour-Läden nur mühevoll in Coop-Megastores verwandelt worden zu sein. Aus einem Tages-Anzeiger-Artikel von Romeo Regenass, erschienen bei baz.online erschienen am 2.10.08:

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  • Die ehemaligen Carrefour-Grossmärkte erzielen als Coop-Megastores nur 65 Prozent der früheren Umsätze. Vor allem Ausländer kaufen weniger ein.
  • «Heute sind wir Portugiesen alle traurig. Coop hat schöne Läden, aber die Leute schauen auf den Preis.»
  • So wie den Portugiesen geht es auch anderen Ausländergruppen: Mit Carrefour haben sie auch ein Stück Heimat verloren. Entsprechend leer sind die riesigen Parkplätze vor den Coop-Megastores. In Dietlikon und Heimberg, wo sich früher jedes Wochenende der Verkehr staute, hat sich die Verkehrslage beruhigt. In Dietlikon wirbt das Jumbo-Gartencenter gar mit Radiospots wie «Carrefour ist weg, es gibt keinen Stau mehr».
  • Laut Sprecherin Susanne Erdös erzielt Coop in den früheren Carrefour «bereits mehr als 65 Prozent des Umsatzes». Darin enthalten sind die Umsätze von 10 Interdiscount-Läden in den neuen Megastores; der Carrefour-Umsatz enthielt ebenfalls Elektronikartikel.
  • Für Erdös sind diese Umsätze «leicht unter den Erwartungen». Die ganze Coop-Gruppe wachse mit 7 bis 8 Prozent dafür überdurchschnittlich und deutlich stärker als der Markt. Zudem weist die Sprecherin darauf hin, dass Carrefour Bruttoumsätze ohne Abzug der Mehrwertsteuer ausgewiesen habe. Der gleiche Umsatz erscheint so grösser als bei Coop, wo Nettoerlöse ausgewiesen werden.
  • Coop hat 2500 Artikel aus dem Carrefour-Sortiment übernommen. Je nach Entwicklung ist gemäss Erdös auch eine Ausweitung in die übrigen Megastores denkbar. Das Angebot für die portugiesische Wohnbevölkerung, die in der Megastore-Werbung gezielt angesprochen wird, umfasst 120 Artikel. Es zeige «eine höchst erfreuliche Entwicklung» und werde nun in allen Megastores angeboten. Für Grossabnehmer gebe es tatsächlich nur noch zeitlich begrenzte Promotionen von Grosspackungen, aber keine Grossmengen im Offenverkauf mehr. 

 


07/10/2008 - Einkaufszentrum Westside vor der Eröffnung

[06.10.2008] Am 8. Oktober eröffnet das Einkaufszentrum Westside in Bern seine Pforten.

Dazu nachfolgend ein paar Informationen aus einem Artikel auf punkt.ch

  • Jährlich bis zu 3,5 Millionen Besucherinnen und Besucher erwartet das neue Einkaufszentrum.
  • Kostenpunkt für das neue Shopping-Paradie der Architekten-Legende Daniel Libeskind: rund 500 Millionen Schweizer Franken.
  • Nicht weniger als 18 neue Einkaufscenter buhlen derzeit in den nächsten fünf Jahren um die stagnierende Anzahl der Konsumenten. Mit dem Stücki-Shopping in Basel und dem Ebisquare in Luzern werden weitere Erlebniscenter gebaut.
  • der Anteil der Einkaufscenter am gesamten Detailhandelsvolumen ist in der Schweiz mit 15 Prozent im Vergleich mit dem Ausland noch immer gering.
  • Seit dem Jahr 2000 erhöhte sich die Verkaufsfläche von Shoppingcentern in der Schweiz um rund 60 Prozent auf 1,77 Millionen m2. Weil die Umsätze im gleichen Zeitraum aber lediglich um 37 Prozent gewachsen sind, wird es für die Einkaufszentren finanziell enger.
  • Insgesamt hat die Produktivität pro Fläche abgenommen. Letztes Jahr erzielten die 104 Schweizer Einkaufscenter einen Umsatz von insgesamt 12,66 Milliarden Franken.



07/10/2008 - Wal-Mart der bessere Aldi?

Das Umsatzwachstum übertraf die Expertenschätzungen zuletzt um das Doppelte. Angesichts der knappen Budgets der Amerikaner rechnen Experten auch für die zweite Jahreshälfte mit einem überzeugenden Ergebnis.

Quelle: "WELT online" 5. Okt. 2008


06/10/2008 Metro kämmt seine Grossmärkte

04. Oktober 2008 Metro-Chef Eckhard Cordes geht ans Eingemachte. Er verordnet dem Kernbereich des Handelskonzerns, dem Cash & Carry-Geschäft, ein rigides Sparprogramm.

[…]

„In den nächsten zwei Jahren werden wir mehrere hundert Stellen in der Verwaltung und den Märkten streichen müssen.“

[…] Für den „Kaufhof“ lässt Cordes Investmentbanker potentielle Käufer suchen. Die Billigmode-Kette „Adler“ würde er im Zweifel auch verschenken. Die Real-Märkte duldet er noch auf Bewährung. Und jetzt macht er sich gemeinsam mit dem von ihm eingesetzten Cash & Carry-Chef Frans Muller an die Neuausrichtung der Keimzelle des Konzerns, der Metro-Großmärkte.
Bei fast identischem Umsatz hat sich das Ergebnis (Ebit) von 2004 bis 2007 mehr als halbiert: von 265 Millionen Euro auf 120 Millionen Euro.

[…]

Neben dem Personalabbau sieht sein Plan eine Konzentration auf die Kernklientel (Hotels, Gastronomie) vor, inklusive einer Anpassung des Sortiments.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: ddp (Metro-Chef Eckhard Cordes)


06/10/2008 - Im Detailhandel online einkaufen ist weiter "in"

Der Trend zum Online-Einkauf im Detailhandel geht weiter:

Le Shop steigert den Umsatz in den ersten 3 Quartalen 08 um weitere 25% auf 82.2 Mio SFr.

baz.online

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